Nachdem das Interview mit Marcel "Beruf Callboy" bei den Lesern von s-gay.de auf sehr grosses Interesse gestossen war, hatte ich mich entschlossen, zusammen mit Marcel dessen Erfahrungen bei einem Porno-Casting aufs Papier zu bringen. Ich wünsche Euch auch bei diesem Erlebnisbericht viel Spass beim Lesen und Nachdenken.




Pornocasting 

Montagmorgen, um 6:00 Uhr in der Früh klingelte mein Wecker. Ich war sehr früh zu Bett gegangen, doch geschlafen hatte ich in der Nacht sehr wenig, weil ich einfach viel zu sehr aufgeregt war,und permanent daran denken musste, was mich beim heutigen Casting erwarten würde. Da ich schon am Sonntag Nachmittag angereist war, hatte ich ein bisschen Zeit, mir die nähere Umgebung anzuschauen. Auf Disco und Party hatte ich in der Nacht schweren Herzens verzichtet. Man(n) will ja gut aussehen bei einem Castingtermin dachte ich mir. Gleich um die Ecke von meinem Hotel hatte ich am Vortag schon ein kleines schnuckeliges Cafe mit wehender Regenbogenfahne ausgemacht. Die Morgensonne schien schon ziemlich heiß, und vor dem Cafe waren ein paar Bistrotische aufgestellt. Genau der richtige Ort, um diesen schönen Frühlingstag zu beginnen dachte ich mir, während ich mich in die Getränkekarte vertiefte.

Die Produktionsfirma wo das Casting stattfand, war nur einen Steinwurf entfernt, so das ich mir keine Sorgen machen musste, unpünpktich zu sein.
Der Milchkaffee und die warmen Croisants waren wohl eben so lecker, wie der Kellner, der mir mein Frühstück in seinem verwegnenen Leder/Jeans Outfit kredenzte.

Ich hatte mich für diesen Tag für eine enge Lederjeans, Boots und ein weißes Schnür T-Shirt entschieden, das meinen trainierten Body so richtig gut rüberbringen sollte. Das Lederband um den Hals betonte meine maskuline Dominanz wie das Ledernietenband das ich am Handgelenk trug. Mir war es sehr wichtig, an diesem besonderen Tag nicht zu "aufgestrapst" rüberzukommen.

Ich bezahlte den Kaffee und machte mich auf den Weg zur Produktionsfirma. Das Büro lag in einem typischen Berliner Hinterhofhaus, das wohl vorher eine Lagerhalle oder Fabrik gewesen sein musste und auch schon bessere Tage gesehen hatte. Mit etwas weichen Knien, wie ich es eigentlich gar nicht von mir kenne, bin ich die breite Treppe in die 3. Etage hochgestiegen. Auf einer kleinen Messingtafel stand der Name der Firma. Ich klingelte. Ein riesiger (bestimmt 2m großer) breitschultriger Kerl mit ebenso riesigen Pranken quetsche mir meine Hand, und wünschte einen Guten Morgen. Ich stellte mich kurz vor, und merkte gleich, das ich schon erwarten wurde.

Das Büro war eine riesige Lagerhausetage. Überall an den Wänden hingen großformatige Bilder der bisherigen Produktionen. Das ganze war sehr schlicht, aber geschmackvoll eingerichtet. Ebene ein riesiges Fotostudio. Auf der ebenso riesigen Ledercoutch tummelten sich noch drei Junx, die offensichtlich ebenfalls zum Casting eingeladen waren. Und aus einem Nebenraum kam das unverwechselbare Geräusch einer Polaroid-Camara und das blitzartige Geräusch eines Electronic-Blitzschirmes. Die Junx auf der Coutch musterten mich mit ihren Blicken, und irgendwie kam es mir vor, völlig "nackt" im Raum zu stehen. Ich unterbrach deren Gedanken indem ich mich kurz vorstellte, und es entwickelte sich sehr schnell eine lockere Unterhaltung bei einem Glas Sekt und ner Zigarette ( auch "Nuttenfrühstück" genannt).

Die Junx waren mindestens so aufgeregt wie ich selbst, das hatte ich gleich erkannt. Es stellte sich schnell heraus, das sie auch noch nie vor einer Profikamara gestanden haben, und es ebenfalls das erste Casting in ihrem bisherigen schwulen Leben sein sollte. Wir hatten nicht sehr viel Zeit, uns "tiefergehend" zu unterhalten, denn plötzlich stand Tom ein muskulöser, behaarter, breitschultriger und großflächig tätowierter Riese mit Piercings und zwei Kamaras um den Hals und ausgeprägtem nackten Oberkörper vor uns.
Tom setzte sich zu uns, und erklärte, das er hier der Boss wäre, und die Aufnahmen heute selber machen würde. Formalitäten und Ablauf des Castings wurden besprochen, und dann wurde es ernst.

Wir wurden in den Nebenraum geführt, dessen Wände mit schwarzem Stoff bezogen waren. Der Typ, den Tom zuvor solo fotografiert hatte, war eben dabei sich die Jeans zuzuknöpfen, bevor er sich von uns verabschiedete. Der Raum war sehr schlicht gehalten. Überall standen Lichtschirme und Scheinwerfer herum. Und das Equipment verriet, das es sich hier um Profis handelt. Tom schien ganz gut über uns Junx Bescheid zu wissen. Hatte wohl ausführlichst unsere Bewerbungsunterlagen studiert. So mancher Punkt lies mich doch sehr aufhorchen, als es zum Beispiel um die Maße der anderen Junx und deren sexuelle Vorlieben ging. Für mich stand aber gleich fest, das ich mich durchaus nicht zu verstecken brauchte, oder das Attelier fluchtartig verlassen musste.

Tom verstand es super, jedem von uns seine Nervosität durch lockeres "Geplänkel" zu nehmen, und sehr schnell baute sich eine "vertraute" und "ungezwungene" Atmosphäre auf, die auf eine gute Zusammenarbeit schließen lies, und wirklich "locker" machte. Die Kamara, die Tom während der Unterhaltung immer wieder auf uns richtete um Fotos von uns in unseren Klamotten zu schießen, nahmen wir alle schon bald nicht mehr wahr.
Es entwickelte sich eine Eigendynamik, wie ich sie eigentlich nur aus schwulen Saunen oder Darkrooms (wenn ich mal einen besuche) her kannte, und wir begannen uns gegenseitig "abzugreifen," wie wir schwule Männer das eigentlich im täglichen Leben ständig praktizieren. Mit dem kleinen Unterschied, das hier unser Treiben auf Polaroids und Zelloloid festgehalten wurde.

Tom lies uns einfach machen.Die Scheinwerfer waren hell genug eingestellt, so das wir nicht durch Blitzlichtgewitter gestört werden sollten. Für mich gibt es nicht´s erotischeres als zu erfahren, was sich unter den Klamotten des jeweiligen Gegenübers verbirgt. Also fing ich an, den Junx die T-Shirts vom Leib zu reißen, was die sich ohne Protest gefallen ließen. Hier zeigte sich meine dominate Ader als doch sehr vorteilhaft. Irgendwie schien dies das Zeichen für die anderen Junx zu sein, ihre Hemmungen vor der Kamara nun entgültig über Bord zu werfen, und wir begannen uns, in einem günstigen Blickwinkel für die Kamara auszuziehen.

Was ich nun zu sehen bekam, gefiel mir sehr gut. Auch Tom brachte seine Begeisterung beim Fotos schießen durch gelegentliche Zurufe wie "geil" und "klasse" zum Ausdruck. Jeder der drei Junx war ein anderer Typ von Kerl. Vom sehnigen, eher drahtigen Skin-Typ bis zum völlig unbehaarten Muskelbepackten, kahlköpfigen Bodybuildertyp war alles da, und lud zum "ausprobieren" ein.

Es wurde sehr heiß im Atellier, und Tom schaltete einen der riesigen Deckenventilatoren an bevor er uns aufforderte uns nun auch unserer "Stoffetzen" um die Lenden zu entledigen. Tom hatte bei seinem einleitenden Gespräch nicht zu viel versprochen. Was ich vorher nur ertasten und optisch erfassen konnte, stellte sich nun als sehr "reell" und gut gemeinte "Gottesgabe" heraus, die für ein paar Stunden "Spass" sicherlich ausreichen würde.
Tom verhielt sich während der Aufnahmen total passiv, und wir bemühten uns geschickt, mit der Kamara zu posen. D.h. möglichst viel ( wie zuvor abgesprochen), der Kamara zu präsentieren, was nicht immer einfach war.

Nach etwa einer halben Stunde machten wir eine kurze Pause. Im Atellier roch es nach Schweiss und purer Lust. Unsere Körper waren Schweissnass, und wir erfrischten uns an leckeren coolen Drinks und den Handtüchern die uns Andy, der Partner von Tom und unser "Empgangschef" mit dem festen Händedruck reichte. Tom wechselte das Filmmaterial der zahlreichen Kamaras, während Andy für uns auf einem Teewaagen ein gut sortiertes Sortiment an Condomen und Gleitgel und ein paar uns nicht unbekannten Spielsachen heran karrte.

Toms gute Laune äußerte sich dahingehend, das er außer den üblichen Casting-Aufnahmen (Standart-Posing mit steifem Schwanz) eine Fotosession mit uns Vieren schießen wollte. Wozu wir natürlich alle gerne bereit waren, denn die Chemie stimmte hier zu zweihundert Prozent, und irgendwie wollten wir ja auch vollenden, was wir angefangen haben. Wir machten hier weiter, wo wir aufgehört hatten. Es fiel uns nicht schwer, den Wiedereinstieg zu finden, und schon sehr bald galt unsere Aufmersamkeit den bereitgestellten Spielsachen, Condomen und Gleitgels.

Tom lies uns wirklich freie Hand in unserem Tun. Korrigierte lediglich das Licht und wechselte gelegentlich mal den Film in der Kamara, die wir alle nun total ignorierten. Zwei der anderen Junx hatten ebenfalls den Hang zur etwas "härteren" Gangart, und dem "Vierten" im Bunde schien dies doch sehr zu gefallen, lies er so manche Prozedur mit sichtlichem Gefallen über sich ergehen. Wer schon einmal Sex mit einem Gay-Skin hatte, weiß vielleicht wovon ich rede.

Wer das Label kennt, für das ich dieses Casting gemacht habe, weiß genau, das hier nicht "Blümchensex" gefragt ist, und die Darsteller nicht der neuen "BRAVO" entstiegen sind. In den bisherigen Produktionen die ich seither gesehen habe, wird nicht unbedingt "zimperlich" miteinander umgegangen. Aber auch nicht so hart und verletzend, das es auf den Zuschauer abstoßend oder ungeil wirken könnte.

Ich würde hier gerne ausführlicher berichten, aber da es sich bei s-gay um ein frei zugängliches Internet-Magazin handelt, halte ich mich eben zurück, auch wenn es mir doch sehr in den Fingern juckt, und nicht nur da, wenn ich an das Casting zurück-denke.

Nach etwa zwei Stunden mit zwei zusätzlichen kurzen Pausen war die erste Foto-Line (Fotoserie) im Kasten und der bereitgelegte Vorrat an Lubes und Condomen fast verbraucht. Tom der Fotograf war "sichtlich" (Beule in Hose) sehr zufrieden mit unserer Arbeit. Zur "Belohnung" wie er es nannte, hüpfte er und sein Partner Andy noch mit uns zusammen unter die Dusche, dieses mal ohne Kamaras und Scheinwerfer und "absolutly real". Diese "Duschorgie" wird es wohl "leider" nur in unserer Erinnerung weiter geben, aber soviel sei gesagt: "Es war megageil"!! Bevor wir uns am frühen Abend nach ziemlich reichlichem,deftigen, geilen Kerl-Sex in unsere Klamotten schwangen, präsentierte uns Tom einen Vertrag für seine nächste Hardcore Gay-Produktion in Berlin. Sowie eine Einladung zur Love-Parade 2000 auf der, bzw. in dessen "Schatten" die neue Produktion stattfinden wird.

Ich weiß heute noch nicht, ob ich dieses tolle Angebot annehmen werde, und ob ich zukünftig mit so viel "Öffentlichkeit" leben möchte. Für mich war es eine mega tolle Erfahrung, mal hinter die Kulissen einer Gay-Porno Firma zu schauen. Auch wenn ich hier nur einen Bruchteil der Geschehnisse nieder-
schreiben konnte.

Wichtig ist für mich die Anmerkung, dass wenn alle Pornoproduzenten so liebevoll und einfühlsam mit ihrem Klientel umgehen würden wie es uns wiederfahren ist, es in Deutschland wesentlich mehr, qualitativ hochwertige und "bessere" Gay-Produktionen geben würde als bisher. Denke ich einfach mal!

Wenn Euch, den Lesern von s-gay meine Erzählung vom Casting gefallen hat, mache ich gerne weiter. Es ist in meinem Beruf als Callboy eine nette Abwechslung als "Schreiberling" tätig zu werden. An Material wird es nicht fehlen, und es gibt viele Geschichten, die ich in den letzten Jahren erlebt habe, und woran ich mich gerne "schmunzelnd" erinnere.

Liebe Grüße an alle Besucher von
www.stefans-gayworld.de

Euer

Marcel 




(c) Stefan 06/00



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