Dieses Interview habe ich mit Marcel, mit dem ich seit vielen Jahren befreundet bin vor ca. einem halben Jahr geführt. Zu dieser Zeit war ich noch als Gründungsmitglied und Vorstandsmitglied des Vereines HIS (Homosexuelles Internet Stuttgart) aktiv am Inhalt und der Gestaltung der Internetpräsenz www.stuttgart-gayweb.de beteiligt. Persönliche und zeitliche Gründe haben mich veranlasst, bei stuttgart-gayweb.de aufzuhören, und mich anderen Internetprojekten zu widmen. Ich hoffe Ihr habt Spass mit meinen Texten und wünsche Eiuch viel Vergnügen beim weiterlesen ...



Beruf: Callboy



Stefan im Gespräch mit *Marcel, 30J., von Beruf: Callboy in Stuttgart und Frankfurt. Ziemlich selbstbewußt steht *Marcel Rede und Antwort auf die Fragen von Gayweb, und gibt unverblümt Auskunft über die Dienstleistung Sex, sein Leben und die wilden Jahre in München,Düsseldorf und Rom und plaudert für Gayweb ein bisschen aus dem Nähkästchen.

Stuttgart-Gayweb:
Marcel, du übst deinen Beruf als Callboy schon seit 1985 aus.Also quasi in jungen Jahren damit angefangen. Wie kam es dazu?

Marcel:
Ja, wie kam es dazu. Also, ich komme aus der "Provinz" von Stuttgart. Genauer gesagt aus Schorndorf. Schon mit 16 Jahren war ich ein sehr "aufgewecktes" Kerlchen. Ich sparte die ganze Woche über, um dann am Samstag Abend mit der S-Bahn in den King´s Club zu fahren.Das ich da als "Frischfleisch" nicht oft alleine rumgehangen bin, ist doch klar. Viele Typen spendierten mir Drinks oder das Fahrgeld für ein Taxi, wenn es zu spät war für die S-Bahn. Naja, als Gegenleistung tat ich das, was ich damals und heute auch noch am Besten kann.

Stuttgart-Gayweb:
Du hattest als Gegenleistung also Sex mit den Jungs, wenn sie dir das Taxi spendierten?

Marcel:
Klar, meistens ne schnelle Nummer auf der Toilette. Im Sommer dann auch schon mal im nahen Uni-Park in Stuttgart.

Stuttgart-Gayweb:
Bist du schwul?


Marcel:
Im Gegensatz zu vielen anderen Kollegen, ja.


Stuttgart-Gayweb:
Wie ging es damals weiter?


Marcel:
Ich merkte schnell, das es mich sehr geil machte, für Sex bezahlt zu werden. Ich tat es immer öfters, auch wenn ich das Geld für ein Taxi eigentlich in der Tasche hatte, und überhaupt keinen Bock auf Disco hatte.
Natürlich sprach es sich schnell herum, das es "Frischfleisch" für nen "Fuffi" auf dem Markt gab. Die Mund zu Mund Propaganda hatte damals auch schon sehr gut funktioniert.

Stuttgart-Gayweb:
Wussten deine Eltern davon, was du so am Wochenende in Stuttgart treibst?

Marcel:
Anfangs nicht. Sie haben sich zwar mächtig gewundert, weil ich plötzlich immer Geld in der Tasche hatte, und fast täglich neue Klamotten oder CD´s anschleppte. Nachgefragt haben sie allerdings erst viel später, woher der plötzliche kleine "Wohlstand" kam.

Stuttgart-Gayweb:
Wem hattest Du Dich damals anvertraut? Deinem Vater oder deiner Mutter ?

Marcel:
Meiner Mutter. Die konnte aber damals ihr "Geheimnis" nicht für sich behalten, und meinte es wäre sinnvoll, wenn mein Vater "Bescheid" wüste.

Stuttgart-Gayweb:
Was ist dann passiert?
Marcel:

Dann bin ich erst mal von Zuhause rausgeflogen. Mit einem "Stricher", wie sich mein Vater auszudrücken pflegte, wolle man nicht unter einem Dach leben.

Meine Mutter hat natürlich geheult als ich noch am selben Tag mit unbekanntem Ziel abgehauen bin.

Stuttgart-Gayweb:
Wie alt warst du damals?


Marcel:
17. Ich hatte damals einen Typen kennengelernt. Der war schon sehr viel älter. Ein Geschäftsmann aus Reutlingen mit Haus-, Pool-, schicken Autos und ner Ferien-Villa in Spanien. Bei dem bin ich eine ganze Zeit lang "untergetaucht", damit ich nicht für ein paar Monate ins Heim musste.


Stuttgart-Gayweb:
War, und blieb ER auch ein Kunde von Dir?

Marcel:
Ja. Ich hatte ihn kurz zuvor auch in der Szene kennengelernt. Trotzdem, das ich wie die "Made im Speck" bei ihm gelebt habe, wir sehr oft gereist und in Spanien waren, und er mir jeden Wunsch von den Lippen abgelesen hatte, musste, und er wollte es damals auch so, er für Sex mit mir bezahlen. Quasi ein Spiel, das auch ihn sehr erregte. Sicherlich nicht für Jederman nachvollziehbar, aber ER hatte mich damals schon ziemlich abgöttisch geliebt und wollte sich wohl so meine Anwesenheit und meine Jugend quasi "erkaufen". Er war im Privatleben wohl ziemlich einsam.

Stuttgart-Gayweb:
Keine Skrupel gehabt?


Marcel:
Anfänglich schon. Ich habe das am Anfang auch immer wieder abgelehnt. Aber dann hat es begonnen, mir auch Spass zu machen.

Stuttgart-Gayweb:
Hast du seine Liebe/Zuneigung erwiedert?


Marcel:
Er übernahm bis zu meinem 18. Geburtstag so was wie die "Vater-Rolle" in meinem Leben. Nein, geliebt habe ich ihn nicht. Aber doch sehr bewundert, wie er es zu diesem Wohlstand gebracht hatte. Mir war damals schon klar, das ich auch genauso "reich," alt werden möchte wie er.


Stuttgart-Gayweb:
Was ist dann passiert? Wieso kam es zur Trennung?

Marcel:
Wir hatten damals oft das Haus voller Gäste, und Geschäftskunden aus aller Welt. Aus so mancher Party die als Geschäftsessen begann, wurde zu vorgerückter Stunde eine "Orgie". Ich wurde weitergereicht wie eine Kalte- Platte. Schon bald wurde ich von meinen neuen "Freunden" alleine eingeladen, und verbrachte meine Wochenenden in Nizza, in Paris, in Mailand und auch schon mal in L.A./USA.
Er hat es wohl nicht ertragen, mich mit all den anderen Männern "teilen" zu müssen, und wir haben uns kurz nach meinem 18. Geburtstag getrennt. d.h. er hat mich nach einem heftigen Streit einfach rausgeschmissen.


Stuttgart-Gayweb:
Wie ging es weiter? Was hast du unternommen, und wo hast du gelebt?

Marcel:
Also. Ganz mittellos war ich ja Gott sei Dank nicht. Es hatte sich schon ein ganz schöner Batzen auf meinem Konto angesammelt in den letzten Monaten. Ich hatte ja noch die Kontakte zu all den neuen "Freunden", die ich in dieser Zeit verstärkt kontaktierte. Ein noch wilderes Leben begann, und ich/wir bewegten uns häufig in der Schicki-Micki Szene von München, Düsseldorf,Mailand und Rom. Dort lernte ich sehr viele einflussreiche, und doch sehr an mir "interessierte" Leute kennen. Leider auch die "Party-Drogen-Scene" mit der ich nie etwas am Hut hatte. Ich sah damals so manches "Sternchen" am Koks "verpuffen". Sowas schreckt ab.


Stuttgart-Gayweb:
Hattest du zu dieser Zeit schon ganz offiziell als Callboy gearbeitet? Konnte Man(n) dich buchen?

Marcel:
Also, ich hatte damals nicht in Zeitungen inserriert oder so. Mein Termin-kalender war trotzdem voll, und ich kam damals schon sehr gut an, in der feinen "Bussi-Bussi" Gesellschaft. Ich wurde eben "weitergereicht".


Stuttgart-Gayweb:
Gab es auch so was wie feste Beziehungen in deinem bisherigen Leben?

Marcel:
Jain. Versuche gab es einige. Man(n) darf sich unter meinen Kunden nicht nur alte, faltige, Bierbauch tragende Männer vorstellen. Es gab und gibt doch sehr attraktive, sportlich durchtrainierte Kerle in meinem Terminkalender. Irgendwie kamen aber alle nicht so ganz klar damit, dass ich den Beruf eines Callboys ausübe, und früher oder später kam es dann zum Bruch der Beziehung weil ich nicht bereit war, meine "Karriere" für eine Beziehung zu opfern.

Stuttgart-Gayweb:
Fühlst du dich alleine, wenn du abends in deine Wohnung kommst?

Marcel:
Nein, eigentlich nicht. Mein Tag ist ausgefüllt. Ich reise immer noch sehr viel in der Welt herum, und habe einen großen Freundeskreis. Meine große 5 Zimmer-Jugendstil-Eigentumswohnung, darauf bin ich sehr stolz, und mein Apartment in Frankfurt sehe ich sehr selten.


Stuttgart-Gayweb:
Wie sieht dein Tagesablauf aus? Wie teilst du dir deinen Tag ein?

Marcel:
Da ich ja jetzt schon 30 bin , eher gemächlich. Ich bin ein totaler Morgen-Muffel. Wenn ich Zuhause bin, jogge ich erst mal 1 Stunde im nahe gelegenen Wald. Dann frühstücke ich gerne lange und ausgiebig, und lese dabei die Tageszeitung (Börsenkurse). Nach der Dusche höre ich meistens den Anruf-beantworter auf Nachrichten ab und frage meine E-Mails ab. Sport spielt eine große Rolle in meinem Leben, und ist sehr wichtig in meinem Beruf. Ich gehe regelmäßig ins Fitness-Studio und ins Solarium. Auch Körperpflege wird sehr groß geschrieben in meinem Leben. Massage und Wellness-Studio gehören ebenso zu meinem Lebenslauf, wie vegetarische, gesunde Ernährung.
So um die Mittagszeit erledige ich den Einkauf und mache Besorgungen. Dabei lege ich unterwegs meistens schon die ersten Termine für den Nachmittag oder frühen Abend. Naja, und dann mache ich eben meinen Job.

Stuttgart-Gayweb:
Was kann Man(n) sich darunter vorstellen? ... Erzähl doch mal.

Marcel:
Im Gegensatz zu vielen mir bekannten Kollegen, bin ich mit 30 Jahren immer noch ganz gut im Geschäft. Ich habe erkannt, das "Jugend" nicht käuflich ist.Ich habe mich weiterentwickelt.
Stuttgart-Gayweb:
Probleme mit dem Älter werden ?!

Marcel:
Mit 25 ist Man(n) in der schwulen Szene ein Twen, und mit 30 Jahren schon fast ein Grufti. Nichts ist so schnelllebig wie die schwule Szene. Man kann aber sehr viel dafür tun, auch noch mit 30 oder 40 Jahren attraktiv und knackig rüberzukommen. Ich denke, ich hab das geschafft.
Wenn ich in Stuttgart arbeite, habe ich sehr viele Kunden aus der Wirtschaft, die aus aller Welt kommen. Ich spreche inzwischen neben English auch noch Spanisch, Französisch und Portugiesisch. Das kommt ganz gut an in meinem Job. Wenn ich in Frankfurt bin, zählen zu meinen Kunden Banker, Geschäfts-leute und andere wichtige Personen der deutschen Wirtschaft und der Medien, aber auch der einfache Student oder Angestellte, die ich meistens im Hotel oder extra angemieteten Apartments treffe. Nicht selten auch bloß als Begleiter zum Dinner, ins Konzert oder die Oper. Sehr beliebt auch als Body-Guard für´s Schlafzimmer.


Stuttgart-Gayweb:
Wirst Du auch von Frauen gebucht ?

Marcel:
Es kommen immer wieder Anfragen von Frauen, die mich buchen möchten. Aber ich lehne diese Aufträge ab. Ich mache auch kein Geheimnis daraus, noch nie in meinem Leben mit einer Frau geschlafen, bzw. Verkehr gehabt zu haben.
Ich habe kein Bedürftnis, also muß dieses auch nicht befriedigt werden!

Stuttgart-Gayweb:
Du kommst ja sehr "maskulin" rüber, rein optisch betrachtet. Darf ich mir schon etwas mehr als "Blümchensex" vorstellen?

Marcel:
Wollen wir es mal ausprobieren?
Ja, es ist schon richtig. In den letzten Jahren habe ich mich "orientiert", und mir schon eine sehr große Portion Dominanz angeeignet. Ich bin gerne die tragende "Rolle" im Bett, und guck auch nicht auf die Uhr, wenn es einmal länger dauert, als die vereinbarte Zeit. Das kommt sehr gut an bei meinen Kunden, und schafft "Vertrautheit". Ich muss dann schon manchmal blocken, wenn es mir zu "vertraut" wird, und die Kerle einfach mehr wollen als das, was meine Angebotsvielfalt hergibt.


Stuttgart-Gayweb:
Welche Spielarten beim Sex sind die angesagtesten im Moment, wenn du gebucht wirst?

Marcel:
Was für eine Frage! Natürlich an erster Stelle blasen und bumsen. Aber es darf auch schon mal die etwas härtere Gangart sein wie Bondagespiele, leichte Erziehungsspiele. Aber auch einfach wirklich nur "Kuschelsex".

Stuttgart-Gayweb:
Was meinst du gefällt den Männern besonders an dir? Warum "kaufen" dich die Männer?

Marcel:
Das liegt wohl hauptsächlich daran, das ich mir über all die Jahre meine "Natürlichkeit" und mein "Charming" erhalten habe. Ich bin ein "Naturtalent", und die Kerle merken, das ich Spass an meiner Arbeit habe, und darin nicht nur meinen Job sehe. Diskretion ist in meinem Beruf midestens so wichtig wie gutes, gepflegtes Aussehen.Es ist nicht verkehrt, wenn Man(n) bei diesem Job auch noch was in der Birne hat, und nicht nur in der Hose .

Stuttgart-Gayweb:
Ist es wichtig, was "Mann" in der Hose hat ?

Marcel:
Für mich eigentlich nicht. Für den Kunden schon. Welcher Kerl wünscht sich, wenn er schon richtig Kohle dafür ausgibt, nicht einen leckeren "Prachtschwanz".

Fortsetzung klick:kurzgeschichten3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 
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