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BERUF: CALLBOY
Fortsetzung


Stuttgart-Gayweb:
Nun würde mich schon sehr interessieren, was ich für Sex mit dir "mitbringen" müsste.
Hast du so was wie eine Preisliste/Strichliste ?

Marcel:
Strichliste finde ich lustig. Nein, eine Preisliste gibt es natürlich nicht. Ich pauschaliere meine Dienstleistung, und für 350,- DM bist du hinterher ganz gut "befriedigt" und kaputt . Also generell nehme ich für die 1.Stunde 350,-DM und für jede weitere angefangene Stunde 200,- DM. Spesen und Anfahrt gehen natürlich extra. Dann haste aber das ganze "Paket" gekauft .

Stuttgart-Gayweb:
Was ist dran, das man bei käuflichem Sex nicht "küssen" darf?

Marcel:
Es gibt da unter den weiblichen Huren so etwas wie ein Ehrencodex. Eine Hure darf ihren Freier niemals küssen. Totaler Quatsch! Wenn ich das Bedürftnis habe zu küssen, dann tue ich das auch. Die Chemie muss halt stimmen.


Stuttgart-Gayweb:
Was lehnst Du generell ab, und was ist Dir am liebsten?

Marcel:
Barebacking, gefistet werden, passiven NS-Sex,Gewaltsex der so richtig weh tut, lehne ich strikt ab. Dafür gibt es genug andere Jungs, die ihren Arsch dafür hinhalten. Entschuldigung!
Am liebsten ist mir wenn ich mich mal so richtig selber "fallen lassen" kann, und der Kunde aktiv wird. Oder die Erika Berger Nummer . Wenn der Kunde von seiner Familie und vielleicht noch von seinen Kindern, seinen Sorgen und Nöten im Beruf erzählt, und dabei die Zeit vergisst. So etwas ist zwar auch sehr anstrengend, schont aber die Reserven.

Stuttgart-Gayweb:
Apropos Reserven. Wie oft am Tag, bringst du deine "Dienstleistung" an den Mann?

Marcel:
Hm, kann man nicht pauschalieren. Wenn in Stuttgart oder Frankfurt Messe ist natürlich öfters. Kommt auch immer auf den Auftrag drauf an. In die Oper kann ich nur 1x am Abend begleiten. 5x Essen gehen, geht auch nicht. Ich bin da sehr flexibel.

Stuttgart-Gayweb:
Kommt es vor, das Kunden abgewiesen werden müssen ?

Marcel:
Ja, wenn sie sich nicht an die Spielregeln halten, oder unsafen Sex möchten. In der Regel checke ich so etwas vorher am Telefon oder am PC ab. Lässt sich aber nicht immer vermeiden, das ich doch mal "NEIN" sage. Z.B. auch, wenn die Chemie schon beim Vorgespräch nicht stimmt.

Stuttgart-Gayweb:
Ist HIV und AIDS für dich ein Thema?

Marcel:
Natürlich. Ohne Gummi geht bei mir gar nix. Ich habe in der Szene schon einige Leute kennengelernt, die an HIV erkrankt waren, und wo die Krankheit im Endstadium war. Viele dieser Leute leben heute leider nicht mehr. Kein Callboy kann es sich leisten, sich und seinen Kunden einer solchen Gefahr auszusetzen. Außerdem ist es ja nicht nur HIV und AIDS. In Deutschland erkranken immer noch mehr Menschen an Hepatitis C, die ebenfalls durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden kann, und manche sterben sogar daran, weil die Krankheit nicht frühzeitig erkannt wurde.

Stuttgart-Gayweb:
Hast du erreicht, was du dir damals vorgenommen hast mit dem "reich" alt werden und so?

Marcel:
Schon, ich arbeite noch dran. Ich führe ein turbulentes, sorgenfreies Leben. Ich muss mich nicht fragen, wer meine Online Rechnungen und meine Strom-rechnung bezahlt. Ich brauche keine Miete bezahlen, bin mobil und habe auch für die Zukunft, wenn ich meinen Job einmal nicht mehr ausüben werde vorgesorgt in Form von Wertpapieren und anderen Zukunftssicherenden Maßnahmen.

Stuttgart-Gayweb:
Denkst Du daran, in der nächsten Zeit Deinen Job an den Nagel zu hängen?

Marcel:
NEIN. Ich mache meinen Job immer noch sehr gerne. Ich bin ein Mensch, der Sex wie die Luft zum atmen braucht. Mich macht es heute immer noch so geil wie damals, wenn mir der Kunde das Geld für meine Dienstleistung überreicht.
Schön ist auch das Gefühl zu wissen, das wenn ich Morgen den Job an den Nagel hängen würde, ich trotzdem ein sorgenfreies und unbeschwertes Leben führen könnte. Das beruhigt.

Stuttgart-Gayweb:
Was wäre die schlimmste Katastrophe in deinem Leben?

Marcel:
Hm... da muss ich überlegen. Wahrscheinlich wenn ich einen Unfall hätte, und ich aus der Narkose aufwache, und mir der Arzt sagen würde, das sie meinen Schwanz amputieren mussten . Nein im Ernst. Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.


Stuttgart-Gayweb:
Wie denkst du heute über Beziehung und Partnerschaft?

Marcel:
Schwer zu sagen. Ich bräuchte einen Partner den ich in die Ecke stellen könnte, wenn ich ihn nicht haben möchte. Und ebenso aus der Ecke holen könnte, wenn mir danach wäre. Aber solch ein Partner habe ich bis heute noch nicht gefunden. Also bleibe ich vorerst noch alleine. Ist auch immer noch total schwer, neben meinem "Lebenswandel" eine funktionierende Partnerschaft aufzubauen.

Stuttgart-Gayweb:
Wie wichtig ist für dich dein Privatleben?

Marcel:
Also, ich habe schon eines. Mein Privatleben ist mir sehr wichtig! Ich trenne Job und Privatleben doch sehr strikt. "My home is my castle", und da kommt kein Kunde hin. In Frankfurt musste ich vor einiger Zeit mal das Apartment wechseln, weil es den Mitbewohnern in diesem Haus zu laut war. Da habe ich das neue Apartment kurzerhand gekauft, und seither ist Ruhe. Auch meine Identität würde ich niemals an Kunden weitergeben. Man(n) bucht den *Marcel und fertig. Es gibt auch Tage, wo ich keine Termine lege, dann geniese ich mein Privatleben und die Möglichkeiten, die mir der Tag so bietet.

Stuttgart-Gayweb:
Welches Verhältnis hast du heute zu deinen Eltern?

Marcel:
Mein Vater ist vor 2 Jahren ganz plötzlich verstorben. Ich hätte mich gerne noch einmal mit ihm ausgesprochen. Meine Mutter besucht mich oft, wenn ich in Stuttgart bin, und kümmert sich auch ein bisschen um meinen Haushalt. Ein bisschen meine ich, ist sie schon stolz darauf wie ich im Gegensatz zu ihr in der Welt rumgekommen bin, und auf das, was ich mir "erarbeitet" habe. Über meinen Job sprechen wir heute, wie andere Leute Kochrezepte austauschen. Eigentlich ist sie meine beste Freundin.

Stuttgart-Gayweb:
Gibt es so was wie Zukunftspläne?

Marcel:
Schon. Ein Berliner Freund möchte gerne, das ich für ein großes Gay-Video-Label in Berlin als Porno-Darsteller arbeite. Eine sicherlich interessante Tätigkeit, die ich mir sehr gut vorstellen könnte. Außerdem würde ich irgendwann demnächst gerne mein bisheriges Leben aufschreiben, und vielleicht sogar bei stuttgart-gayweb.de veröffentlichen. Echt wahr!

Stuttgart-Gayweb:
Gibt es so was wie Zukunftsängste?

Marcel:
Sicherlich meinst du das jetzt auf meinen Job bezogen. NEIN, ich werde schon selber feststellen wann der Zeitpunkt da ist, und ich als Callboy nicht mehr gefragt bin. Spätestens wenn mehr als zwei Kunden ihr Geld zurückverlangen werde ich aufhören.
Wenn ich mich körperlich weiterhin so fit halte, und der sexuellen Schiene (leichte bis harte Dominanz, Leder/Jeans) treu bleibe, kann ich in meinem Job richtig alt werden. Denke ich mal !

Stuttgart-Gayweb:
Gibt es etwas, was du den Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

Marcel:
Klar doch. Genießt euer Leben in vollen Zügen, denn es ist zu kurz, um es nicht gelebt zu haben ...



(Anmerkung: der Name *Marcel wurde von mir geändert)
© Stefan 03/00


 
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