Stefan Müller Mr.Leather International 2001


Stefan, dein IML Jahr ist jetzt wieder fast ein komplettes Jahr vorbei. Was hat sich in deinem Leben zum Vorteil oder Nachteil verändert durch den IML Titel?

 

Es hat sich sehr viel verändert. Erstens bin ich als Person und Persönlichkeit gewachsen. Ich habe sehr viel über die Unter-schiede, Eigenheiten und Probleme der US-amerikanischen und der europäischen Leder- und Fetischszene gelernt. Zweitens bin ich von Nürnberg nach München gezogen. Neuer Job, neue Umgebung, neue Aufgaben. Das lenkt ab und motiviert enorm, nach dem Titeljahr nicht aufzugeben und in ein Loch zu fallen. Ich werde immer noch sehr oft zu Lederevents eingeladen - in USA und Europa! Nur muss ich jetzt meine Zeit, Kraft und Geld sehr sparsam einteilen. Daher kann ich nicht mehr so viel reisen und muss leider auch viele Termine absagen. Drittens habe ich nach meinem Titeljahr, den Mann fürs Leben gefunden, mein Mr. Right, Hans. Wir ergänzen uns in jeder Hinsicht und es ist wohl auch verständlich, dass sich ein ehemaliger IML nach dem Titeljahr etwas mehr ums Private kümmert und da seine Batterien wieder auftanken kann. Die waren nämlich nach fast 2 Jahren Reisen, Termine und sonstigem schon sehr auf Reserve!

 

 Stefan & Hans


Wie geht es weiter mit deinem Leben?

 

Es geht weiter mit mir, na klar. Zum ersten bin ich als DJ und/oder Moderator für die großen europäischen Lederevents gebucht (Löwennacht zum Starkbierfest in München, Italian Mr. Leather 2003 in Rom, European Mr. Leather 2003 in Hamburg, und Vienna in Black in Wien, etc.). Es geht natürlich im Mai wieder nach Chicago zum 25. IML. Dort werde ich eine weitere internationale Ehrung entgegennehmen dürfen, den "Pantheon Award 2003" - International Category! darauf bin ich sehr stolz, denn das zeigt mir, dass mein Wirken und meine Bemühungen, um eine Internationale Verständigung im Leder-Fetischbereich nicht ganz umsonst waren und man mich doch nicht so schnell als Europäer in USA vergessen hat! Ansonsten habe ich noch Projekte musikalischer Art (DJ, Gesang) in Planung aber auch szenebetreffende  - lasst euch über-raschen. Tja und dann bin ich nun ja auch BOX-Reporter für den Süddeutschen Raum  - also auch journalistisch tätig. Langweilig wird es mir nicht !!!


Was ist dir eigentlich am meisten geblieben (positiv und

negativ) Wie waren die Reaktionen?

 

A. In den USA wurdest du -teilweise- auf Händen getragen, manchen mochten dich nicht weil du aus Deutschlands kamst, war es für dich schwierig mit diesen Reaktionen um zu gehen?

 

Ich hatte und habe keine Schwierigkeiten mit sowohl positiven, als auch negativen Reaktionen. Ich bin selbst ein sehr kritischer Mensch und sage immer, was ich denke. Da muss ich das auch von anderen akzeptieren, wenn sie mit mir nicht einer Meinung sind. Dadurch lernt man auch sehr viel über Toleranz und Akzeptanz. Kritik kann auch deinen Denkhorizont erweitern. Ich bin offen für viele Meinungen, wenn sie logisch begründbar, gerechtfertigt und sachlich sind. Gottlob hatte ich aber nie richtig ernsthaft mit negativer Kritik zu tun. Ich habe immer darauf gewartet, aber es kam nix....

 

B. Wie waren die Reaktionen in Europa?

 

Durchweg nur positiv, oder gleichgültig. IML oder andere Titel sind hier ja eh nicht von solcher Bedeutung, wie in USA. Da wird auch nicht so großes soziales Engagement erwartet, das kann jeder selbst entscheiden. Ich habe mich für einen Mittelweg entschieden - Engagement für die Community und auch Entertainment! Ich hatte damit Erfolg, was meine Bookings als DJ/Sänger zeigen, aber auch immer noch die Anfragen nach Interviews.

 

Du bist viel herum gekommen in den USA und Europa. Es wird immer gesagt das es Unterschiede in der Lederszene gibt zwischen beiden, hast du da etwas von mit bekommen?

 

Ja natürlich sind da Unterschiede. Wir in Europa können viel freier mit unserem schwulen Fetischleben umgehen. In USA ist das viel verkrampfter und teilweise heftiger Kritik von Kirche, Politik und Gesellschaft ausgesetzt. Da sind wir den Amis schon einen riesigen Schritt voraus! Man kann zwar dort auch "registrierte" Partnerschaften eingehen, aber das ist weit weg von dem, was wir in Europa haben. Dagegen sind  viele Leute in USA sozial sehr engagiert. AIDS Organisationen, Brust-krebsfonds, etc. ALLES wird mit Benefizevents von Fetisch-männern und -frauen zusammen unterstützt. Überhaupt ist der Zusammenhalt zwischen Schwulen und Lesben in USA erheblich stärker als in Europa, auch sind Frauen bei allen Fetischevents akzeptiert und willkommen. Da kann man geteilter Meinung sein, klar, aber ich habe von den Leder-frauen in USA sehr viel gelernt - aber Sex hatte ich dann doch nur mit Kerlen!

 

Im Titeljahr kann man nicht so viel machen wie danach. Wo und in welche Funktion werden wir dir sehen und was wirst du in Zukunft für die Lederszene tun bleiben?

 

Ich werde wie oben schon gesagt meine "Internationale Mission" durchführen. Globale Verbindungen verstärken, neue knüpfen. Meine lokale, aber auch andere Ledercommunities unterstützen, wo man mich will bin ich gerne bereit mitzuhelfen, Geld zu sammeln, meine Meinung kundtun oder einfach nur zu unterhalten. Jedoch der persönliche Kontakt mit Menschen, das private Gespräch ist mir immer noch am wichtigsten. Ich versuche neue Titelträger in ihrer Arbeit zu unterstützen (auch Vorbereitung auf IML). Ich gebe gerne meine Erfahrung, mein Wissen und Können an meine Nachfolger weiter.

 

Singen. Jetzt gibt es sehr viel Titelhalter die singen auf der Bühne und damit uns alle 'erfreuen'.

 

Es singen jetzt viele, ja, aber der eine oder andere sollte es doch sein lassen .... ich persönlich habe diesen "Trend" ja bewusst gesetzt, um zu zeigen, das ein Lederkerl auch eine andere Seite haben kann und diese auch ausleben sollte.

 

Welche Lösungen würdest du haben für Jemand der doch nicht so gut ist im Singen und auf der Bühne auffallen möchte?
 

Mein Tipp Nummer eins lautet immer wieder: "Sei Du selbst" - wenn jemand singen kann und das will als Titelträger, warum nicht. Auch Lederkerle wollen unterhalten werden. Wenn jemand andere Talente hat - bitteschön. Das ist alles sehr individuell zu sehen. Ich bin nicht der Typ, der eine harte Sexshow auf der Bühne abzieht. Aber ich weiß, dass ich mit meinem Singen, als DJ oder Moderator den Leuten etwas geben und mitteilen kann. Ich mach nur, was ich kann und wobei ich ich selbst bleibe. Was die anderen machen ist deren Sache. Ich mache seit 25 Jahren Musik, hatte 4 Jahre professionellen Gesangsunterricht, also alles schon lange vor meinem Titelgewinn. Das bin eben ich, andere fangen erst mit Singen an, um einen Titel zu gewinnen. Ich habe nur einen Teil meiner Persönlichkeit zeigen wollen.

 

gibst du auch Sangunterricht?

 

Nein!

 

Gibt es Sachen oder Dingen die du leider noch nicht gemacht hast in deinem Titeljahr die du  jetzt machen wirst?

 

Ausruhen und Urlaub fern von der Szene! Viele Events (Leder und Bären), die ich aus Termingründen im Amtsjahr nicht schaffte nach und nach besuchen. Wieder mehr Musikmachen. Mich um meinen Mann und meine internationalen Freunde kümmern. Fitness- und Krafttraining! München genießen!

 

Du darfst wählen: (kurze Begründung)

 

-Krieg oder Frieden(Irak)

 

FRIEDEN - KRIEG IST NIEMALS EINE  LÖSUNG!

 

-USA oder Europa

 

EUROPA (USA IST SCHÖN ALS URLAUBSLAND - DORT LEBEN?

(NEVER!)

 

- Oktoberfest oder Folsom Street

 

GANZ KLAR: OKTOBERFEST!!!!!

 

- Hamburg oder Berlin

 

NOCH KLARER: HAMBURG (DA WOHNT DOCH AUCH MEIN BESTER FREUND AXEL - GML2001)

 

-Singen oder Mr. Leder Wahl Jury Mitglied

 

SINGEN, DAS MACHT EINDEUTIG MEHR SPASS - JURYMITGLIED SEIN IST HARTE ARBEIT!

 

-aktiv oder passiv (grins)

 

KOMMT DARAUF AN.....OK ... "VERSATILE BOTTOM"!

 



Stefan & Hans

(c) Bildmaterial: Stefan Müller Text: Frank Süpplie/Stefan Müller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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